Evangelisch-lutherische Hauptkirche St. Petri, Hamburg

Nordelbische Kirche: Sie zählt 2 Millionen Mitglieder in den Bundesländern Hamburg und Schleswig-
Holstein. Die Hauptkirche St. Petri ist Hamburgs älteste Stadtkirche, liegt mitten in der Innenstadt in unmittelbarer Nähe zu Rathaus und Senat, und ist deshalb auch die offizielle „Rathauskirche“. Beim Neubau des Gemeindehauses 2008 wurden dort die ältesten Funde der Besiedlung der heutigen 1,8-Millionen-Einwohner-Stadt an der Elbe entdeckt.
St. Petri, benannt nach dem Apostel Petrus, hat als City-Kirche an der Mönckebergstraße gelegen, nur wenige hundert Gemeindemitglieder, aber täglich über tausend Besucher. Zu St. Petri gehört ein großes Beratungs- und Seelsorgezentrum. Für den Hauptpastor Christoph Störmer ist St. Petri mit einer Kindertagesstätte und dem Angebot einer vielseitigen Kirchenmusik ein „täglich geöffnetes Gasthaus zum Einkehren und Kraftschöpfen“.

Die Geschichte
Die ersten Hamburger Kaufleute kamen Mitte des 19. Jahrhunderts an die bereits 1503 von den Portugiesen und 1608 vom Sultan von Oman besetzten Küsten Ostafrikas. Arabische Kaufleute handelten damals vor allem mit Sklaven, Elfenbein und Gewürzen an der Küste von Azania, die sich von Saudi-Arabien über den Jemen, Sudan bis nach Südafrika als wichtiger Handelsweg entwickelte, den sogenannten Dhau-Ländern. Die deutsche Kolonialzeit begann 1884/85 mit der Proklamation eines Schutzgebiets des Deutschen Reiches, seit 1890 als Deutsch-Ostafrika unter Kaiser
Wilhelm II. Mit dem Vertrag von 1890 („Helgoland-Vertrag“) ordnete der Nachfolger von Reichskanzler Bismarck, Leo Caprivi, die kolonialen Interessen des Deutschen Reiches neu: Besitzungen auf dem Festland von Tanganjika gingen an Deutschland, ebenso die strategisch in der Deutschen Bucht gelegene wichtige Insel Helgoland. Die Gewürzinsel Sansibar wurde Britisches Protektorat.
Die deutsche Kolonialverwaltung unterstützte den Ausbau der Infrastruktur zur Erschließung der Rohstoffvorkommen am Victoriasee, ebenso wie die Nutzung der Handelshäfen am Indischen Ozean. Die europäischen Kolonialmächte gingen gegen den illegalen Sklavenhandel arabischer Kaufleute vor, verfolgten aber gleichzeitig ihre wirtschaftlichen Interessen auch mit militärischer Gewalt. Die Kirchen errichteten Missionsstationen zur Bekehrung der Mitglieder von über 120 verschiedenen Ethnien und Stammesgesellschaften.
Nach der Verlegung der Hauptstadt von Bagamoyo an den Tiefseehafen Daressalam wurde die Azania Front Cathedral als größte Kirche des Landes errichtet. Das Missionszentrum (NMZ) der nordelbischen Kirchen unterhält enge Beziehungen zu den dortigen Partnern. Führende Geistliche wie der leitende Bischof der lutherischen Kirche Tansanias, Alex Malasusa, haben in Deutschland studiert. Malasusa: „Wir haben auf Grund unserer Geschichte eine besondere Beziehung zu dem modernen Deutschland, das wir als Partner sehr schätzen.“

www.sankt-petri.de