Welterbe Olduwai in Gefahr

Die Olduwaischlucht in Tansania ist die Wiege der Menschheit. Vor 1,9 Millionen Jahren lebten hier Frühmenschen, die in den Ablagerungen des Olduwaisees Ihre Spuren (Werkzeuge, Jagdbeute und Skelette) hinterlassen haben.  Seit den 1930er Jahren wurde die Schlucht vom Ehepaar Mary und Louis Leakey erforscht. Bis in die 1980er Jahre hinein sind unersetzliche Fossilien und Werkzeugkulturen geborgen und beschrieben worden, die heute zum universellen Welterbe zählen. Olduwai und seine Fossilien sind nicht nur in fast jedem Schulbuch zu finden, sie bilden auch einen festen Bestandteil des Weltwissens über den Ursprung der Menschheit in Afrika.
Viele Jahre lang waren die einzigartigen Natur- und Kulturschätze aus der Olduwaischlucht in der Obhut des Nachbarlandes Kenia, wo sie einen Kern der Forschungssammlungen am Nationalmuseum Nairobi bildeten. Fossilien und Steingeräte waren dort stets in guter Obhut, wurden von unzähligen Wissenschaftlern weltweit analysiert und von den Kenianischen Kollegen gepflegt und bewahrt.
Selbstverständlich haben Tansanische Behörden über all die Jahre hinweg nie aufgegeben eine Rückgabe ihrer „Schätze“ zu fordern. 2006 war schließlich „Erfolg“ zu vermelden. Alle Funde aus Olduwai sollten zurückkehren nach Dar-Es-Salaam, der Partnerstadt Hamburgs. In Kenia war man selbstredend nicht „begeistert“ von dieser Entwicklung und willigte sehr unwillig ein; nach weiteren Jahren der Verzögerung musste schließlich alles ganz schnell gehen. Überstürzt wurden LKWs beladen, die auf holprigen Pisten die Fossilien nach DAR verbrachten.
Dort war man weder personell noch räumlich auf die riesigen Mengen unersetzlicher Originale vorbereitet, und so entstand in kurzer Zeit Unordnung in den einst so erstklassig kuratierten Welterbe-Schätzen.
Ich habe diese Situation im November 2016 in Tansania mit einer gewissen Fassungslosigkeit zur Kenntnis nehmen müssen und rasch war der Plan geboren zu unterstützen. Fachliche Expertise kann von mir bereitgestellt werden, im Rahmen eines gemeinsamen Ausstellungsprojektes (Hamburg/Dar-es-Salaam) könnten die tansanischen Welterbe-Schätze (oder digitale Repliken) auch in HH einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Bebilderter Vortrag von Herrn Kaiser mit Erläuterungen zum geplanten Projekt
am 8. Mai 2017 von 17.30-19:30 Uhr
im Centrum für Naturkunde (CeNak)
Martin-Luther-King-Platz 3, 20146 Hamburg

Inken Bruns
Diakonisches Werk Hamburg – Landesverband der Inneren Mission e. V.
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